Nederlands | English | Français | Aktuell | Inhaltsverzeichnis | Suche

Vorträge 2010

  • 19. April 2010: Dr. Christian Credner "Drachluftbildaufnahmen im Umfeld von Belginum"
  • 26. August 2010: Christine Brings "Erosionsbedingte Landschaftsveränderungen im Umfeld des Vicus Belginum"

    Dieser Vortrag beschäftigt sich mit der Quantifizierung des Bodenabtrags und des Oberflächenabflusses auf ehemals keltisch und römischem Gebiet, welches gegenwärtig der landwirtschaftlichen Nutzung untersteht. Des Weiteren erfolgt neben der Vorstellung einiger Messmethoden die zur Ermittlung von Abfluss- und Abtragsraten herangezogen werden, die Präsentation und Bewertung der Ergebnisse.
  • Dr. Rosemarie Cordie "Frauenmode im Wandel der Zeit" - Der Vortrag wird im Frühjahr 2011 im Rahmen der Vortragsreihe gehalten

Vorträge 2009

Die Zusammenfassung des Internationalen Table Ronde "Situlen in Archäologie und Kulturgeschichte" können Sie hier herunterladen.


Vorträge 2008


Montag,  31. März
Dr. Mathilde Grünewald, Worms: Wie man zur Römerzeit in Worms und Rheinhessen begraben wurde und was man daraus für die Geschichte erkennen kann

Im linksrheinischen Worms sind zahlreiche römerzeitliche Gräber zutage gekommen. Sie sind Zeugen der Entwicklung von Worms und seines nahen Umfeld etwa von 30 n. Chr. bis ins 4. und 5. Jahrhundert. Die Römerzeit ist anfangs geprägt durch die Anwesenheit römischer Soldaten und die Ansiedlung beispielsweise von schon romanisierten Kelten aus Gallien.
Germanen haben ihre vereinzelten Spuren seit dem 3. Jahrhundert hinterlassen. Im 4. Jahrhundert dienten sie als Soldaten im römischen Heer und müssen in Begleitung ihrer Familien an den Rhein gekommen sein. In der 1. Hälfte des 5. Jahrhunderts bestatteten die Romanen ihre Angehörigen auf den städtischen Friedhöfen meist beigabenlos, und es ist nicht leicht, aus den wenigen Funden das 5. Jahrhundert zu belegen.

Dienstag, 8. April
Dr. Rosemarie Cordie und Marco Schrickel M.A.: Neue Ergebnisse zu den Prospektionen im Umfeld von Belginum

Das Gräberfeld, die Siedlung und das Lager von Belginum sind für die keltische und römische Zeit von großer Bedeutung und ein einzigartiges Ensemble der alten Welt im Hunsrück. Die Tempelbezirke am Westrand des Vicus besitzen überdimensionierte Größen, die Umgebung von Belginum zeigt eine überaus dichte Besiedlung. Archäologische Befunde, geophysikalische Prospektionen und systematische Feldbegehungen seit 2004 zusammen mit Lehrenden und Studenten der Universität Leipzig bringen neue und spannende Erkenntnisse zur Besiedlung von Belginum in spätkeltischer und römischer Zeit.

Montag, 14. April
Dr. Andrei Miron, Saarlouis: Neue Ausgrabungen auf dem "Nahekopf" bei Frauenberg und die Probleme touristischer Erschließung

Im Sommer 2007 wurden archäologische Untersuchungen der spätkeltischen bzw. spätrömischen Befestigung auf dem Nahekopf bei Frauenberg (Kr. Birkenfeld) unternommen. Im Rahmen des Kulturerbe-Programms des Landes Rheinland-Pfalz soll dieses Denkmal und sein kulturhistorisches Umfeld touristisch erschlossen werden. Der Referent wird einerseits über die Grabungsergebnisse und zum anderen über die Probleme öffentlichkeitswirksamer Präsentation berichten, wobei er zahlreiche Vergleichsbeispiele genauer unter die Lupe nimmt.

Montag, 28. April
Lothar Schwinden, Trier: Vicus Belginum - ein Ort als Spiegel der Entwicklung in der Römerzeit vom 1. bis 4. Jahrhundert

Ebenso wie wir heute "Kinder unserer Zeit" sind, haben die weltgeschichtlichen Zeitläufte in früheren Epochen die Lebensumstände der damaligen Menschen geprägt.
Dass die Bewohner auch des Trevererlandes vor 2000 Jahren römisch wurden, muss für sie eine Revolution ihrer Kultur bedeutet haben. Ihr Schicksal war für die folgenden Jahrhunderte und darüber hinaus an günstige Entwicklungen wie an Bedrohungen gebunden. Die archäologischen Beobachtungen und Funde in Belginum geben auf einem engen Raum ein Spiegelbild der Zeit vom 1. bis 4. Jh.

 

Montag, 18. August
Dr. Bernd Bienert, Trier: Töpfer und Toreuten

Im Gemeindewald zwischen Speicher und Herforst sind seit 1876/77 Reste römischer Großtöpfereien bekannt geworden. Bronzeeimer vom Typ Hemmoor liegen aus dem Trierer Land bisher lediglich in drei Exemplaren vor, davon zwei aus Wederath. Im Zuge eines reich bebilderten Vortrags werden Informationen zu Bereichen provinzialrömischen Handwerks geboten.

Montag, 1. September
Dr. Cliff A. Jost, Koblenz: Der Limes heute - Bodendenkmal und Weltkulturerbe

Der römische Limes war von 100 bis 260 n. Chr. die Grenze des römischen Reiches gegenüber den germanischen Stammesgebieten. Heute ist er das längste und bekannteste archäologische Denkmal in Deutschland und seit 2005 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Anschauliche Rekonstruktionsbilder, Luftfotos, Grabungsfotos und Aufnahmen aus den heimischen Wäldern zeigen, wo und wie gut die Reste des Limes und seiner zugehörigen Anlagen, der Wachttürme und Kastelle, in Deutschland und besonders in Rheinland-Pfalz noch zu finden sind.

 

Montag, 15. September
Dr. Ronald Bockius, Mainz: Spätantike Binnenschifffahrt an Donau und Rhein

In der verbreitet als Niedergang verstandenen spätrömischen Epoche kam Transport und Verkehr auf den Binnengewässern besondere Bedeutung zu, die sich in archäologischen und literarischen Quellen widerspiegelt. Der Referent erläutert am Beispiel spektakulärer Transportereignisse, Versorgungsnotstände und militärischer Strategien die Rolle von Booten und Schiffen im 4. und 5. Jh.

 

 

Montag, 29. September
Prof. Dr. Elisabeth Hermann-Otto, Trier: Römische Frauen in Ausnahmesituationen

Römische Frauen und Mädchen lebten in einem von der Gesellschaft vorgesehenen Rahmen, der vor allem durch Pflichten in Haus und Familie vorgegeben war. Intellektuelle und berufliche Ausbildung und entsprechende Tätigkeiten waren ihnen, je nach ihrem sozialen Herkommen, nicht verwehrt. Ausgeschlossen waren sie jedoch von allen politischen Rechten und Betätigungen. Im Vortrag wird gezeigt werden, wann Frauen ihren sozial und politisch eng gesteckten Rahmen durchbrechen durften, ohne in massive Kritik einer von Männern dominierten Gesellschaft zu geraten. Einzelne Frauen und Frauengruppen von der römischen Republik bis in die Spätantike werden exemplarisch vorgeführt.

 


Vorträge 2007

 

Montag, 2. April:

Dr. Peter Jud, Basel:
Reichtum, Macht und Sippe: Die keltischen Frauen aus Münsingen, Schweiz

Keltische Frauen kennt die Archäologie besonders durch die oft reichlich mit prachtvollem Schmuck ausgestatteten Gräber. Auf die Frage aber, welche Rolle diese Frauen in der Gesellschaft eingenommen haben, konnte bis heute keine überzeugende Antwort gefunden werden. Waren sie nichts weiter als die Gefährtinnen von „Fürsten“, „Adeligen“ und „Kriegern“? Neue Untersuchungen im berühmten Gräberfeld von Münsingen-Rain in der Schweiz erbrachten unerwartete Ergebnisse, die ein überraschendes Schlaglicht auf das gesellschaftliche Leben der keltischen Frauen werfen.

 

Montag, 16. April:

Priv. Doz. Dr Wolf-R. Teegen Leipzig:
Auf dem Bett ins Jenseits?: Ein spätkeltischer Grabfund aus Bibracte

Völlig unerwartet wurde 2004 bei Ausgrabungen vor dem Haupttor des keltischen Oppidums Bibracte ein bemerkenswertes Grab entdeckt. In einer einfachen Urne von einheimischer Machart fanden sich Reste eines mit Knochenschnitzereien verzierten Bettes aus Mittelitalien. Auf dem Bett war eine erwachsene Frau verbrannt worden. Dieser Grabfund wird derzeit in der Ausstellung „Alltag und Pracht – die Entdeckung der keltischen Frauen“ gezeigt. In dem Vortrag wird die kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Grabfundes dargestellt.

 

Montag, 23. April:

Dr. Andrei Miron, Saarlouis:
Die Fürstin von Reinheim – Ein Annäherungsversuch

Vor 53 Jahren wurde in Reinheim (Saarland) eines der herausragenden Fürstengräber der Frühlatènezeit entdeckt, das lange Zeit zu den bestdokumentierten seiner Art zählte. Welche Informationen können wir dem Befund und dem kostbaren Grabinventar ablesen? Ist die Fürstin nur Adelige? Oder war sie auch Priesterin, Seherin? Unser Annäherungsversuch wird ebenso Resultate der jüngsten Forschungen in und um Reinheim einbeziehen.

 

Montag, 7. Mai

Dr. Jeannot Metzler, Luxemburg:
Die Ahnin von Goeblingen-Nospelt in Luxemburg

Die Verehrung und das Andenken an Frauen über deren Tod hinaus dokumentiert sich oftmals in den Grabanlagen oder Grabpflege. Ein besonderes Beispiel ist hier das Hügelgrab 14 von Goeblingen-Nospelt in Luxemburg, das um 20 vor Chr. datiert . Spuren von Trank- und Tieropfern oder Münzen im Hügel belegen ein über 150 jähriges Totengedenken.

Dr. Rosemarie Cordie, Belginum:
Die keltischen Frauen aus Belginum

Die Frau aus Hügel 2 ist die „Gründerin“ des Gräberfeldes von Wederath-Belginum. Dieses Grab und weitere keltische Frauengräber aus den nachfolgenden Jahrhunderten werden vorgestellt. Grabanlagen, Beigaben und die anthropologischen Analysen lassen differenzierte Aussagen zur sozialen Stellung, Lebensweise, oder Lebenserwartung zu.

 

Montag, 11. Juni

Auguste Miron, M.A.:
Die Welt der Frauen im Altertum – Ein Streifzug –

Mit Schwerpunkt auf Griechenland und Rom in der Zeit von etwa 800 v. Chr. bis zur Zeitenwende werden schlaglichtartig Themen wie Religion und Kult, Gesellschafts-, Alltags- und Arbeitsleben, Bildung und Recht, Ehe und Prostitution, Erotik und Sexualität der Frauen im Altertum beleuchtet. Dabei kommen auch mythologische, literarische und historische Frauengestalten zu Wort.

 

Montag, 25. Juni

Prof. Dr. Hans-Eckart Joachim: Das Prunkgrab einer Keltin in Waldalgesheim

Der im Jahr 1869 zufällig entdeckte, nicht sorgfältig geborgene Inhalt eines reich ausgestatteten frühkeltischen Grabes von Waldalgesheim (Kr. Mainz-Bingen) gilt als ein Schlüsselfund dieser Zeit. Etwa 330-320 v. Chr. angelegt, enthielt die Bestattung ein komplettes Ensemble von Tracht- und Schmuckteilen, von Trinkgeschirr sowie einen zweirädrigen Streitwagen. Neben importierten Gegenständen aus dem Mittelmeergebiet weisen andere Gegenstände sowohl stilistisch ältere als auch zeitgemäße Elemente auf, die zeigen, dass die in Waldalgesheim  bestattete Frau einen hohen sozialen, ökonomischen wie kultisch-religiösen Status besessen haben muss. Als derzeit jüngstes frühkeltisches Grab dieser Art in Mitteleuropa vereinigt es in seiner Beigabenausstattung traditionelle und zeitgemäße Statusmerkmale.