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Situlen - Bilderwelten zwischen Etruskern und Kelten auf antikem Weingeschirr

Situlen, das lateinische Wort situla steht für Eimer, sind aus Bronzeblech gearbeitete Gefäße des 6. bis 5. Jahrhunderts v. Chr. Bei großen Festen verwendet, sind diese Weinmischgefäße reich mit Bildszenen und Motiven nach mediterranen Vorbildern verziert. Die bandförmig angeordneten lebendigen Szenen zeigen detailreiche Darstellungen: Musikantengruppen, Wettkämpfer, Wagenfahrer, Reiter, Krieger, Jagden, Opferszenen oder Festumzüge. Der Nachwelt wird damit eine überaus große Fülle an Informationen zum Leben der Menschen zwischen Po und Donau vor 2500 Jahren überliefert. Diese Bildfriese gelten als die älteste erzählende „Bilderschrift“ im noch schriftlosen Mitteleuropa.

Die um vier wichtige Situlen gruppierten Bilderstreifen und die darauf symbolisierten kulturellen Werte werden entschlüsselt und für den Besucher lesbar gemacht, die Bildprogramme auf den Gefäßen als Abbilder einer realen, heute jedoch vergessenen Lebenswelt zwischen Etruskern und Kelten gezeigt.

Situlen finden sich ab dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. gleichfalls in Hügelgräbern des Hunsrücks, allerdings Bilder los. Dennoch sind diese Bronzegefäße sichtbare Zeugnisse eines ersten Kontaktes mit der Kultur des Mittelmeerraumes um 500 v. Chr. ebenso wie die weitreichender Handelsbeziehungen der Hunsrückbevölkerung.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Naturhistorischen Museum Wien und dem Musée de Bibracte in Burgund. Nach etwa fünf Jahrzehnten wird mit dieser Schau erstmalig das Thema „Situlenkunst“ wieder aufgenommen.

Für die Präsentation wurden mehrere Situlen und weitere bemerkenswerte Objekte aus etwa einem Dutzend europäischer Museen aus Österreich, Italien, Slowenien, Ungarn und Deutschland ausgewählt.