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Holz erzählt Geschichte – Dendrochronologische Forschungen zwischen Mosel und Hunsrück

Holzfunde sind eine einzigartige historische Quelle, die häufig eine jahrgenaue Datierung ermöglichen. Der organische Stoff bleibt allerdings nur unter besonderen Bedingungen erhalten.

Wie das funktioniert wurde in der Ausstellung ausführlich erklärt und anschaulich dargestellt. Neben Methode und Theorie sind verschiedene Beispiele besonders eindrucksvoller Holzfunde aus dem großen Gräberfeld in Belginum aber auch aus dem weiteren Umland des Museums wie Trier oder den Bergwerken bei Fischbach ausgestellt. So sind unter anderem ein hölzerner Brückenpfeiler der ersten Trierer Moselbrücke, Teller und Schüsseln, ein kleines Tischchen und eine Brunneneinfassung zu sehen. Besonders unter den ausgestellten Funden hervorzuheben ist eine technische Meisterleistung der Römerzeit aus dem Jahr 275 n. Chr.: Dabei handelt es sich um einen, in einem 18m tiefen Brunnen im Vicus Belginum geborgen Pumpstock einer Doppelkolbendruckpumpe, die bis zu 35 l in der Minute an die Oberfläche fördern konnte. Ausführlich erklärt werden Drechselhandwerk und Holzbearbeitung. Aber nicht nur in keltischer und römischer Zeit bieten Hölzer Einblicke in Datierung und Technik, sondern auch in der zeitlichen Einordnung und Bauentwicklung von mittelalterlichen Fachwerkhäusern oder den verschiedenen Bauphasen am Trierer Dom leistet die Dendrochronologie unverzichtbare Hilfe.

Zu der Sonderausstellung ist ein Begleitheft erschienen, das über den Archäologiepark bezogen werden kann.