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Forschungsgeschichte

Seit dem 17. Jahrhundert ist das Ruinenfeld der antiken Siedlung von Belginum an der Fernstraße Trier – Bingen Gegenstand historisch-archäologischer Forschungen. Waren bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts die Ruinen noch oberirdisch sichtbar, beschäftigten sich erste intensive Forschungsarbeiten doch eher mit dem Streckenverlauf des römischen Straßennetzes. Zahlreiche Fundmeldungen von ungewöhnlichen Objekten ließen die Bedeutung des aufgelassenen Ortes erahnen.

Systematische Ausgrabungen unterblieben allerdings bis 1954. Nach der Auffindung von Gräbern in der Gemarkung Wederath „Hochgerichtsheide“ bei Rodungsmaßnahmen wurden die systematischen Untersuchungen im Gräberfeld aufgenommen. In mehrjährigen Grabungskampagnen konnte bis 1985 annähernd der gesamte Friedhof von ca. 4,5 ha archäologisch erfasst und 2500 Gräber dokumentiert werden.

Erst 1969 wurden, bedingt durch Straßenbaumaßnahmen im Kreuzungsbereich von B 327 und B 50, Ausgrabungen im vicus durchgeführt. Diese Grabungsschnitte lieferten erste Anhaltspunkte zur Struktur der Siedlung. Die Siedlung erstreckt sich über eine Länge von etwa 600 m entlang der heutigen Hunsrückhöhenstraße, die hier die römische Straße überlagert, die Parzellen selbst sind ca. 100 m lang.

1995 wurden die archäologischen Untersuchungen im Vicusareal aufgenommen. Geophysikalischen Prospektionen zeigten einen an den bekannten Tempelbezirk 1 und das Kulttheater angrenzenden zweiten großen Tempelbezirk im Westen. Wenige Jahre später werden im Westen ein drittes ummauertes Kultareal und durch weitere Prospektionen und gezielte Grabungen ein frührömisches Lager bekannt.

Die Ausgrabungen konzentrieren sich seit 2000 auf den westlichen Siedlungsbereich und den Tempelbezirk 2.